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GRABPFLEGE

Ein wichtiges Aufgabenfeld der Kurt Landauer Stiftung ist die Pflege der Grabstätten von Personen, die sich um den FC Bayern München verdient gemacht haben. Uns geht es dabei vor allem auch um Personen, die viel für den Verein geleistet haben, jedoch nicht immer im Fokus standen. Wir wollen auch diese nicht vergessen und die Erinnerung an sie hochhalten. Momentan haben wir für fünf Gräber die Pflege übernommen oder Restaurierungsarbeiten finanziert.

KURT LANDAUER (1884-1961)


2017 übernahmen wir die Pflege für die Grabstätte der Familie Landauer von Kurt Landauers Neffen Uri Siegel auf dem Neuen Israelitischen Friedhof. 

Neben der jahreszeitlichen Blumenbepflanzung haben wir auch große Restaurierungsarbeiten vorgenommen. So musste 2019 der große Grabstein in aufwendiger Arbeit von einem Steinmetz ab- und wieder aufgebaut, sowie ein neues Fundament angelegt werden, um die Standfestigkeit zu sichern. 
2020 haben wir zudem das Grab neu anlegen lassen, es wurde begradigt und bekam eine neue Eibenbepflanzung, sodass man heute eine würdige Grabstätte für unseren Ehrenpräsidenten und dessen Familie vorfindet.

MARIA MEISSNER (1911-2008)


Im Herbst 2018 übernahmen wir die Pflege der Grabstätte von Maria Meissner auf dem Nordfriedhof, welche wir neu anlegen ließen und seitdem pflegen.

Die einzigartige Geschichte Maria Meissners als Pionierin des Frauenfußballs, gute Seele des FC Bayern an der Säbener Straße und „Mutter“ der Pokale, die sie bis ins hohe Alter pflegte, macht sie unvergessen.

HERRMANN SCHÜLEIN (1884-1970)


Seit 2019 kümmern wir uns um das große Familiengrab der Familie Schülein auf dem Neuen Israelitischen Friedhof. In Abstimmung mit der Friedhofsverwaltung der Israelitischen Kultusgemeinde nehmen wir hier Reinigungsarbeiten und Pflanzenrückschnitt vor.
Herrmann Schülein, der aus der jüdischen Brauerfamilie Schülein entstammte, war Mitglied und bereits seit 1927 ein großer Förderer des FC Bayern. Er trat in die Fußstapfen von Vater Joseph, wurde zum Generaldirektor von Löwenbräu, entwickelte diese zur größten bayrischen Brauerei bis er 1935 auf Druck der Nazis von seinem Amt zurücktreten musste und nach Amerika floh. Auch von dort aus unterstützte er weiter seine Bayern, u.a. 1954 durch finanzielle Hilfe beim Ausbau der Sportanlage an der Säbener Straße.

JOSZEF ZSAMBOKI (1933-2011)


Auf dieses Grab unseres ehemaligen Spielers wurden wir von einem Bayernfan hingewiesen, dem es auf dem Ostfriedhof auffiel und der unsere Projekte kannte.

Joszef Zsamboki ging von 1957-1960 sehr erfolgreich für den FC Bayern in der Oberliga Süd auf Torejagd, spielte anschließend in Kassel und Strasbourg. Nach seiner Karriere zog Zsamboki wieder nach München zurück.
Wir fanden heraus, dass die Kosten für das Begräbnis von der Stadt München getragen wurden und haben uns dort 2019 das Betreuungsrecht für die Grabstätte übertragen lassen. Über die Stadt holten wir eine Sondergenehmigung ein, um hier einen Gedenkstein mit Bayern Wappen integrieren zu können. Mit der Gärtnerei vor Ort sorgten wir zudem für die Neuanlage und Bepflanzung des Grabes.

 


HEINRICH BERLINER (1903-1940)


Heinrich Berliner - Münchner, FC Bayern-Anhänger, Vereinsmitglied und stets gerne bei den Spielen seiner Bayern im Stadion dabei – einer wir du und ich, einer von uns.

Doch das Leben von Heinrich Berliner, das am 24. April 1903 in München begann, verlief aufgrund seiner jüdischen Wurzeln nicht wie unser Leben, sondern endete aufgrund von Demütigungen und Entrechtung durch die Nazis am 9. November 1940 aussichtslos im Suizid.
Durch die Recherche des FC Bayern sind wir auf die Biografie von Heinrich Berliner aufmerksam geworden. Bei einem Besuch auf dem Neuen Israelitischen Friedhof in München haben wir das Grab von Heinrich Berliner angesehen, wo der Name und die Daten auf dem Grabstein kaum noch erkennbar waren. Die von uns angebotene Restauration des Grabsteins von Heinrich Berliner wurde mit großem Dank angenommen.