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LEOPOLD EINSTOSS



geboren am 31. März 1903 in Augsburg,

Deutscher jüdischer Herkunft,

Student, Kaufmann,

seit 1927 beim FC Bayern,

10. bis 20. November interniert

im KZ Dachau,

Emigration am 27. April 1939

nach Buenos Aires, Argentinien,

weitere Lebensdaten unbekannt.

 

Leopold Einstoß kommt am 31. März 1903 in Augsburg als ältestes Kind des Kaufmannes Philipp Einstoß (1875 - 1940) und seiner Ehefrau Selma, geborene Hilsenrad (* 1879) zur Welt. Es folgten noch die Geschwister Ferdinand (1904 – 1908), Max (* 1906), Isidor (* 1909) und Frieda (1912 -2010). 

 

Vater Philipp führte in Augsburg ein Kaufhaus für Textilwaren. Familie Einstoß ist in Augsburg als sehr sportverbunden bekannt. So unterstützt Vater Philipp den dortigen BCA als Sponsor. Bruder Isidor wird sowohl als talentierter Fußballer, Handballer und Leichtathlet geschätzt und ist im BCA später auch als Funktionär tätig.

 

Mitte der 1920er Jahre weilt Leopold zum Studium in München. Im Februar 1927 schließt er sich im Alter von 23 Jahren, wohnhaft in der Türkenstraße 63, dem FC Bayern an, wo auch sein Bruder Max bereits 1922 schon einmal der Jugendabteilung angehörte. In der Folgezeit wechselt Leopold in München zweimal den Wohnsitz, zunächst in die Herzog-Wilhelm-Straße 29, von wo aus er in das Hotel Monopol in der Schwanthalerstraße zieht. 

 

Als er im Oktober 1931 München wieder Richtung Augsburg verläßt, bleibt er dem FC Bayern als auswärtiges Mitglied weiterhin treu. Es ist davon auszugehen, dass er sich dort wieder dem BCA angeschlossen hat.

Nachdem Ende Januar 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kommen, schließt der dortige BCA bereits im Laufe dieses Jahres seine Mitglieder jüdischer Herkunft aus. 

 

Leopold sowie sein Bruder Isidor werden Mitglied in der Privaten Tennisgemeinschaft Augsburg an. Hierbei handelt es sich um den ersten jüdischen Sportverein Augsburgs, der sich bereits Ende der 1920er Jahre gegründet hatte. Als im Zuge der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 auch zahlreiche Augsburger in das Konzentrationslager Dachau verscheppt werden, befindet sich auch Leopold Einstoß darunter. Bis zum 20. November 1938 wird er dort interniert sein.

Am 27. April 1939 meldet sich Leopold Einstoß und mit ihm seine Eltern sowie Bruder Isidor bei der Stadt Augsburg mit dem Ziel Boenos Aires in Argentinien ab und entkommen so dem Holocaust. 

 

Dort lebt sein Bruder bereits seit 1930. Vater Philipp eröffnet dort wieder ein Textilkaufhaus bevor er bereits 1940 verstirbt. Bruder Max führt dieses weiter und bleibt auch dort dem Fußball treu. So wird berichtet, dass er nach dem Zweiten Weltkrieg für den DFB in Südamerika als Repräsentant aktiv gewesen sei. 1962 bei der WM in Chile begleitet er als Dolmetscher und guter Bekannter von Sepp Herberger die deutsche Nationalmannschaft.

Über den weiteren Lebensweg von Leopold Einstoß sind bis heute leiter keine weiteren Informationen bekannt.

 

Andreas Wittner

 

Quellen:

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