top of page
gedenkbuch weiss.png
kulturreferat.png
archiv.png
nie wieder.png
versoehnungskirce.JPG
  • gm6238

SIEGFRIED SALOMON „SALO“ MARX


geboren am 6. Juli 1893 in München,

Deutscher jüdischer Herkunft,

Bankier,

seit November 1922 beim FC Bayern,

Emigration 21. Juni 1938 nach London, England,

gestorben am 10. Oktober 1979 in London, England.

 

Siegfried Salomon, genannt Salo, Marx kommt am 6. Juli 1893 in München zur Welt. Seine Eltern sind der Bankier Simon Marx (1854 – 1928) und Rosa, geborene Meyer (1867 bis 1942). Zwei jahre später, am 13. Mai 1895 wird sein jüngerer Bruder Martin (1895 – 1960) geboren. Die Familie wohnt in der Arcisstraße 29, so dass Salo in der Maxvorstadt aufwächst. 

 

Von 1915 bis 1918 trifft ihn das gleiche Los, wie fast allen seiner damaligen Altersgenossen. In diesen Jahren kämpft er für sein Heimatland im Ersten Weltkrieg. 1922 steigt Salo Marx im Alter von 29 Jahren in das väterliche Bankhaus „Gebrüder Marx“ ein. Die Geschäftsräume des Geldinstituts befinden sich in zentraler Lage am Promenadeplatz 9. 

 

Im gleichen Jahr tritt Salo Marx im November 1922 in den FC Bayern ein. In den Clubnachrichten gibt es einen Verweis darauf, dass er noch Ende der 1920er Jahre als Torwart in einer Firmenmannschaft, wahrscheinlich im Team „Börse“, aktiv ist.

 

Bereits früh nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Janaur 1933 übergibt Salo Marx sein Bankhaus in „arische“ Hände. Im Verzeichnis gewerbetreibender Münchner von 1933 wird dieses bereits unter dem „Bank- und Wechselgeschäft Lenz August & Co., Inhaber Sigmund Hirsch, August Lenz, Dr. Otto Schmitz und Siegfried Marx“ geführt. So kann er wohl noch mitbestimmen, unter welchen Bedingungen das Bankhaus „arisiert“ wird. August Lenz (1905 – 1960) ist bereits seit 1925 im Hause beschäftigt. Bei Dr. Otto Schmitz (1899 – 1979) handelt es sich um ein FC Bayern-Mitglied, das dem Club bereits seit 1911 angehört.

 

Bis 1938 fungiert Salo Marx noch als stiller Teilhaber. Als er im Juni 1938 Deutschland Richtung England verlässt, tut er dies jedoch relativ mittellos. Er wird dazu gezwungen, den größten Teil der 100.000 RM, die er durch den Verkauf seiner Anteile erzielt, als sogenannte Reichsfluchtsteuer zurückzulassen. In London muss er sich eine neue Existenz aufbauen.

 

Nach 1945 einigt sich Salo Marx mit August Lenz und Dr. Otto Schmitz außerhalb eines Wiedergutmachungsverfahrens. Er wird nach einer Einigung mit den Beiden für die ihm entstandenen Verluste beim Verkauf seiner Anteile der Bank, entschädigt. Die Privatbank August Lenz & Co, Promenadeplatz 9, wird in den folgenden Jahrzehnten nach 1945 die Hausbank des FC Bayern sein.

 

Während Salo Marx den Holocaust, ebenso wie sein Bruder Martin, durch seine Emigration überlebt, wird Mutter Rosa am 16. Juni 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort wenige Wochen darauf im Alter von 74 Jahren ermordet. Siegfried Salomon Marx verstirbt am 10. Oktober 1979 im Alter von 86 Jahren in London.

 

Andreas Wittner

 

Quellen:

Spiegel, 5. Januar 1960

Hofmann, Gregor; Mitspieler der „Volksgemeinschaft“ – Der FC Bayern und der Nationalsozialismus; Wallstein Verlag, 2022

0 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Comentários


bottom of page